Ich werde von „normalen“ Menschen (aka Nicht-Fotografen) oft etwas schräg angeschaut, wenn ich mich für irgendwelche Licht-Situationen begeistern kann wie sonst für kaum etwas. Aber – andere Fotografen werden mir beipflichten, wenn ich sage: Licht ist einfach alles. Fotografie heisst ja nicht umsonst auf Deutsch übersetzt „Malen mit Licht“, so kitschig das auch tönen mag. Ohne Licht gibt es keine Fotografie; es ist das Erste, wonach ich Ausschau halte, wenn ich Locations suche. Und so ritt ich vor Kurzem auf einem Ausritt kurz nach Sonnenuntergang an einer Wiese vorbei, an der ich schon unzählige Male vorbeigeritten war. An sich eine wirklich normale Wiese, aber das Licht war einfach unglaublich. Der Himmel färbte sich in den spektakulärsten Farben, und in Kombination mit dem recht speziellen Grün der Wiese (ja, Grüntöne von Gras verändern sich über die Jahreszeiten hinweg) sah es einfach atemberaubend schön aus. Ich bin sonst nicht so der Fan von knalligen und kitschigen Farben, aber da wollte ich einfach unbedingt fotografieren – ein Pferdeshooting während der Blue Hour ( = die Zeit gerade nach dem Sonnenuntergang). Dazu brauchte es aber genau dieses wolkenlose und sonnige Wetter, und so blieb mir nicht viel Zeit, denn der frühe Frühling ist ja manchmal doch sehr launenhaft. Fest entschlossen habe ich also auf Facebook & Instagram ein Shooting ausgeschrieben, war aber nicht allzu optimistisch. Aber – ich wurde fündig! Jenni & Andi kenne ich schon länger von Turnieren und anderen Gelegenheiten, aber fotografiert haben wir noch nie zusammen. Sie wollte aber schon lange mal, und so hat sie die Gelegenheit genutzt. Nach ein bisschen „Aufwärmshooting“ an einem anderen Ort in der Nähe (bei wunderschönstem Gegenlicht) sind wir zu der besagten Wiese gefahren und wurden mit einem atemberaubend gefärbten Himmel beglückt. Am Anfang war er orange, dann rosa, und zum Schluss blau – einfach wunderbar! Dem Ganzen die Krone aufgesetzt hat Andi; trotz Gras am Boden hat so entspannt und zufrieden mitgemacht. Ich freue mich einfach immer wieder, wenn es gelingt, dass die Pferde bei den Fotoshootings (deren Zweck sie ja nun wirklich nicht ganz nachvollziehen können) vertrauensvoll und ruhig mitarbeiten. Über die Jahre habe ich in all den Shootings sehr viel darüber lernen dürfen, wie man die Aufmerksamkeit der Pferde gewinnt und „intime“ Bilder machen kann – und das funktioniert nicht mit rascheln, hüpfen und schreien. Danke Jenni, Andi und den lieben Helfern – es war mir eine Freude! 🙂

 


VERWANDTE POSTS